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Rundfunk vor 1933

Organisation und Personalien des deutschen Rundfunks 1924–1933

Die Dirigenten Hermann Scherchen und Hans Rosbaud, die Schriftsteller Hermann Kasack und Ernst Glaeser, die Sportreporter Bernhard Ernst und Paul Laven, die Professoren Karl Haushofer und Erich Brandenburg, die Journalisten Erich Landsberg und John Brech, die Radiopioniere Hans Bodenstedt und Alfred Braun, die Intendanten Hans Flesch und Friedrich Bischoff – sie alle und viele weitere namhafte und weniger bekannte Zeitgenossen haben in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts am Aufbau des deutschen Rundfunks mitgearbeitet und geholfen, das neue Medium binnen weniger Jahre nicht nur populär, sondern auch zu einem "Kulturfaktor" zu machen.

Viele der Pioniere wurden 1933 ihrer Ämter enthoben, einige eingesperrt oder sogar in den Tod getrieben, einige wenige bekamen nach 1945 eine zweite Chance und haben auch am Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitgewirkt, etwa Hans Rosbaud als Orchesterchef und Friedrich Bischoff als Intendant in Baden-Baden oder Bernhard Ernst als Zeitfunk-Chef in Köln. Das Deutsche Rundfunkarchiv hat von 1982 an in einem umfangreichen Forschungsprojekt die frühe Entwicklung des Rundfunks untersucht und 1997 mit der Veröffentlichung der zweibändigen "Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer Republik" abgeschlossen. Parallel dazu erschien im selben Jahr die ebenfalls vom DRA betreute Abhandlung von Karl Führer zur "Wirtschaftsgeschichte des Weimarer Rundfunks". Beide Veröffentlichungen fußten auf früheren, im DRA redigierten Studien, vor allem auf den Bänden 1 und 2 der von Hans Bausch herausgegeben Reihe "Rundfunk in Deutschland" und stützten sich darüber hinaus auf eine jahrelange Grundlagendokumentation vor allem zur Programmgeschichte, die von der ARD, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und weiteren Institutionen unterstützt worden ist.

Ein Teil dieser Grundlagendokumentation ist seit längerem auf der Homepage des DRA unter dem Titel "Schriftsteller im Rundfunk – Autorenauftritte im Rundfunk der Weimarer Republik 1924–1932" nachschlagbar. Ein weiterer Teil soll mit diesem Angebot zu Organisation und Personalien der regionalen Sendegesellschaften und der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht werden – verbunden mit der Bitte um Korrekturen und Ergänzungen durch die Nutzer, falls neuere Forschung bisherige Lücken zu schließen oder bisherige Erkenntnisse zu relativieren vermag.

NORAG Funk-Stunde Berlin ORAG Schlesische Funkstunde MIRAG WEFAG/WERAG SWR Deutsche Stunde in Bayern/Bayerischer Rundfunk Deutsche Stunde in Bayern/Bayerischer Rundfunk SÜRAG Sendegebiete

Es handelt sich bei den hier angebotenen Organigrammen um den Versuch, die Strukturen der regionalen Sendegesellschaften und der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft sowie die personelle Besetzung der einzelnen Positionen in Jahresschritten von 1924 bzw. dem jeweiligen Sende-/Arbeitsbeginn bis an die Schwelle zur NS-Zeit im Januar 1933 nachzuzeichnen. Die Grafiken sind bewusst im PDF-Format umgesetzt, um eine Recherche nach einzelnen Namen und Karrierestationen zu ermöglichen.

Obendrein werden auch die einschlägigen Kapitel aus den dtv-Bänden zur Programmgeschichte, die auf diesen Organigrammen basieren, als PDF angeboten, da sie weiterführende Informationen, insbesondere biografischer Art, zu den wichtigsten Personen liefern. Und sie machen an mehreren Stellen zudem deutlich, dass der Aufbau des frühen Rundfunks nicht nur das Werk der in den Organigrammen hauptsächlich aufgeführten fest angestellten Mitarbeiter war, sondern auch vieler Hundert freier Mitarbeiter, die in den Anmerkungen zu den Grafiken nur zahlenmäßig auftauchen.

Dank zu sagen ist an dieser Stelle vor allem Gertraud Martin, die die Organigramme in mühsamer Kleinarbeit erstellt hat, und Katrin Lutz, die sie für die Veröffentlichung ansprechend und übersichtlich aufbereitet hat.

 

 
 

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